Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

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StefanSc
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Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon StefanSc » Freitag 9. Februar 2018, 13:28

Hallo zusammen,

bitte steinigt mich nicht, vermutlich kann ich durch Recherche und ewiges Gesuche und oder Nachgedenke die Frage selbst besantworten - ich wähle trotzdem diesen Weg.
Aktuell habe ich folgendes Problem: Mein Phosphat war von Anbeginn bis vor einer Woche bei 0,02 bis 0,05. Also alles prima. Zur Erinnerung: Keramikbecken Ende November gestartet. Am Sonntag habe ich 0,075 gemessen und war verwundert.
Mein Fischbesatz sind: 1 X Hawaidoktor, 1 X Feuerkorallenwächter, 2 X Gramma loreto, 2 X Banggai-Kardinalbarsch und eine Hector-Grundel. Die sind nach und nach eingezogen und die Werte waren immer stabil. Nitrat immer bei 5-7 und Nitrit mit Mühe und Not nachweisbar.

Die Fütterei hatte ich anfangs evtl. etwas übertrieben und in Verbindung mit nicht so toller Strömung hatte ich da hin und wieder Reste auf dem Sand. Aktuell und seit mindestens 3 Wochen ist der Boden frei von Ablagerungen vom Futter und die Einsiedler fressen bestimmt alles, was sie finden. Ich bin, was die Fütterei betrifft eher defensiver geworden udn gebe eher weniger, als zu Beginn.

Heute messe ich 0,15mg Phosphat, obwohl ich seit Dienstag aufgrund der Sonntagsmessung von 0,075 15g clean anio/100 Liter im Wirbelbettfilter mitlaufen lasse. Die 0,075 haben mich noch nicht allzu sehr beunruhigt, aber prophylaktisch und auch wegen Al und anderer Metalle ist es kein Fehler, den Adsorber einzusetzen dachte ich.

Dennoch jetzt ein recht hoher Wert und noch gestiegen!?!

Was ich noch gemacht habe: Am Dienstag Bodengrund entnommen - dabei natürlich alles aufgewirbelt - können das freigewordene Depots sein? Nach 8 Wochen?
Und wegen der Cyanos habe ich Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag FM Bakterienpräparate eingesetzt. Steigt von sowas Phosphat an?

Diese beiden Ideen kommen mir - ansonsten bin ich ratlos und weiß nicht, was ich tun soll - außer mehr Adsorber einzusetzen.

Getestet habe ich mit Gilbers und Hanna 736 - die Werte stimmen leider.
Gruß
Stefan

Fry
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon Fry » Freitag 9. Februar 2018, 13:37

Hi Stefan,

0.15 mg ist schon recht hoch, ich würde den wert über Wasserwechsel senken. Hast du auch einen aktuellen Nitratmesswert? Bei einer Stickstofflimitierung kann Phosphat sehr rasch ansteigen.

Ansonsten hätte ich die Bakterienpräparate im Verdacht... Nimm einen Liter Beckenwasser, füge ein wenig von dem Bakterienpräparat dazu und miss nochmals Phosphat: dann hast du auch hier Geweissheit.

Viele Grüße,
Christoph

carlo_kraemer
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon carlo_kraemer » Freitag 9. Februar 2018, 15:33

Hallo Stefan,

Christoph hat schon einige gute Punkte genannt. Wie misst du denn PO4? Ich habe ja schon am diversen Stellen gesagt, dass man bei der PO4 Messung zuhause immer auch einen Messfehler nicht ausschließen sollte. Und generell ist es immer schwer bei PO4 Anstiegen eine Ursache einzukreisen. Ich selbst hatte ganz lange ohne Adsorber so gut wie kein PO4 im Becken. Irgendwann ist es angestiegen und ich bekomme es seit über einem Jahr nur mithilfe von Adsorber in die Richtung 0,02-0,03. Und ich hab schon Steine ausgetauscht, Bodengrund gewechselt, etc. Keine Ahnung woran es liegt. Trockenfutter ist häufig auch eine PO4 Quelle. Bist du sicher, dass dein Osmosewasser in Ordnung ist?

Viele Grüße

Carlo

Edit: Hab gerade gesehen, dass du mit Gilbers und Hanna Checker gemessen hast. Dem Hanna Checker alleine traue ich nicht mehr, aber wenn auch bei dem anderen Test so ein hoher Wert rauskommt, dann wird es wohl stimmen.
Viele Grüße
Carlo

Deep Blue-one
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon Deep Blue-one » Freitag 9. Februar 2018, 17:53

Wie sieht dein Technikbecken aus.
Wenn da viel Schmodda drin ist;könnte das auch eine Ursache sein.
Beste Grüße Gerhard

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Angela
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon Angela » Freitag 9. Februar 2018, 19:16

Hallo,
welches Bakterienpräparat hast Du denn verwendet? Ich würde auch auf das Bakterienpräparat tippen.
Gruß
Angela

StefanSc
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon StefanSc » Freitag 9. Februar 2018, 21:22

Hallo Leute,

Danke für die zahlreichen Antworten!!
Der Reihe nach:
Nitrat ist (wie seit Wochen) bei ca. 5mg/l, also keine Limitierung. Den "Bakterientest" werde ich machen, gute Idee. Es ist kombiniert Reef Therapy und Bacto Blend von FM. Nach Dosierungsempfehlung gibt es eine 3 - tägige Initialdosis und dann eine einzelne Dosis pro Woche. Insofern habe ich von Dienstag bis gestern da durchaus ne Menge reingegossen. Aber auch zuvor hatte ich ja 0,075.
Schmodder im TB habe ich nicht. Aber eben viele Neue Kalkschwämme, Posthornschnecken. Gab ne kleine Lebensexplosion vor ca. 10 Tagen - evtl. stirbt da auch wieder was ab?
Vielleicht ist auch ne Schnecke verendet...
Jedenfalls habe ich als Sofortmaßnahme den Durchlauf durchs TB erhöht, clean anio auf ca. 50g/100l erhöht und produziere gerade ordentlich Osmosewasse für einen WW.
Das Osmosewasser als Übeltäter kann nicht sein, kam nur wenig seit Anstieg an frischem Wasser rein. Testen werde ich es natürlich trotzdem.
Danke Leute!!
Gruß
Stefan

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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon StefanSc » Freitag 9. Februar 2018, 21:27

@ Carlo: ja der Hanna Checker, da hatten wir es ja schon öfter von. Ich trau ihm auch nicht - obwohl meiner gut funktioniert. Im unteren Bereich springt er vielleicht um 5ppm aber das ist ja vernachlässigter. Aber als der 50 angezeigt hat, war auch der erstes Gedanke : das Schei...ding.
Leider hat es der Gegentest bestätigt.
Gruß
Stefan

Gweny
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon Gweny » Samstag 10. Februar 2018, 09:32

Ich schließe mich Angela an. Tippe auch auf das Bakterienpräparat
Grüße miri

StefanSc
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon StefanSc » Samstag 10. Februar 2018, 11:13

Guten Morgen,

so, heute sind es 0,075 un damit schon fast wieder erträglich. Scheinbar zieht clean anio in der Menge ziemlich schnell und/oder der schnellere Durchsatz durchs TB haben gewirkt.
Gibt aber auch irgendeine Maximalmenge, die man höchstens senken soll, glaube ich.
Ich messe am Abend nochmal, morgen mache ich einen WW und den Bakterientest mache ich auch.

Ziemlich erschreckend, wie schnell sowas passieren kann. Selbst wenn man einmal wöchentlich misst, was ja nicht selten ist, entgeht einem ja dann so ein rasanter Anstieg und man sieht nur noch das traurige Ergebnsi dessen, wenn es blöde läuft.
Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Nachtrag: ich habe eine rote Montipora digitata, die sieht seit vorgestern besser aus denn je....
Gruß
Stefan

Deep Blue-one
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Re: Unerklärlicher Phosphatanstieg - leicht ratlos

Beitragvon Deep Blue-one » Samstag 10. Februar 2018, 11:19

Pass auf das Phosphat nicht zu schnell nach unten geht.
Das quittieren dir die Sps mit Ablösungen Fetzenartig an der Basaltscheibe und geht dann ziemlich schnell.
In so einem Fall kannst die Koralle fragmentieren und auf neuem Substratstein kleben.
Heiklere Sps sind meistens nicht zu retten.
Durchfluß reduzieren.
200/h.
Beste Grüße Gerhard


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