Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

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nikaes
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Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon nikaes » Dienstag 14. Januar 2020, 22:55

Hallo Zusammen,
ich habe wieder eine ICP Analyze machen lassen. Vorher habe ich mit ATI Tröpchentest die PO4 gemessen:0.0 , Testprobe ist glasklar.
Das Test habe ich gegen Referenz mehrfach gecheckt und ist recht genau gewesen.

Ergebnis bei ICP:
Phosphat(ICP-OES) P 0,042
Gesammtphosphat(errechnet) 0,13

hmm, welchen Wert sollte ich jetzt als basis für die Dosierung nehmen ? Die vom Tröpchentest oder die von der ICP-Analyse ?
Ich habe auch Cyanos immer wieder, kommen sie jetzt weil ich keine Nährstoffe habe oder so viele ?
Viele Grüße
Akin
Viele Grüße , Akin

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BigStone
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon BigStone » Mittwoch 15. Januar 2020, 01:03

Hallo Akin,
wenn du deinen kolorimetrischen Test mit Referenz mehrfach gegengeprüft und auch bei deiner eigentlichen Messung sauber gearbeitet hast, würde ich persönlich dem Tropfentest vertrauen. Zumal der ATI Test gut funktioniert.
Wie Claude Schuhmacher bei einem Vortrag in Schwandorf oder Armin Glaser auf der Fish&Reptil schon erläutert haben, kann eine ICP-OES keine genauen reproduzierbaren Werte in einem niedrigen Bereich wie z.B PO4 liefern.
Eine ICP-Analyse muss mehr als Tendenz verstanden werden.

Das vermehrte Wachstum von Cyanobakterien kann viele Ursachen haben. Für mich ist ein zu hoher PO4-Wert keiner davon.
Interessant zum Thema ist auch der Vortrag von Hans-Werner Balling
Viele Grüße,
Michi
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Fellnase
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon Fellnase » Mittwoch 15. Januar 2020, 11:09

Sowohl der Tröpfchentest als auch die ICP können stimmen. Der Hometest misst nur Orthophosphat (PO4), Die ICP das gesamte Phosphor und rechnet dann hoch. Der hochgerechnete Wert des PO4 in der ICP ist nur ein rechnerischer. Wenn im Becken Phosphor-Depots vorhanden sind, dann können diese Werte stimmen.
Gibt hier im Forum von Dieter einen sehr guten und ausführlichen Beitrag zu diesem Thema.
Gruß
Burkhart

Gweny
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon Gweny » Mittwoch 15. Januar 2020, 11:38

hmm, welchen Wert sollte ich jetzt als basis für die Dosierung nehmen ?


Ergänzend zu meinen Vorrednern würde ich mit der Basisdosierung 0,25 ml/100 l erst mal weiter machen. Welche Dosierung hattest du bisher genommen?
Wie hoch ist dein No3?
Hast du mal ein aktuelles Bild vom Becken?
Grüße miri

nikaes
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon nikaes » Mittwoch 15. Januar 2020, 16:29

vielen Dank für eure informative Beiträge. Ich dosiere die normale Dosis für PO4<0.2.
Nitrit ist minimal vorhanden(0,02). Nitrat ist dann auch minimal vorhanden allerdings könnte auch n.n da ja Nitrit die Messung verfälscht.
Anbei sind einige Bilder. Das Becken ist eine 30L Dennerle Cube mit extra Technikbecken (etwa 9l Wasservolumen).
PHOTO-2020-01-15-15-37-56.jpg

PHOTO-2020-01-15-15-37-59.jpg

PHOTO-2020-01-15-15-38-01.jpg
Viele Grüße , Akin

nikaes
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon nikaes » Mittwoch 15. Januar 2020, 16:29

PHOTO-2020-01-15-15-38-02.jpg
Viele Grüße , Akin

Gweny
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon Gweny » Mittwoch 15. Januar 2020, 17:07

Die Korallen sehen doch gut aus. Nix zu beanstanden. Weiter so.
Grüße miri

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Jörg Kokott
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Re: Die Sache wieder mit PO4: ICP und Tropfchenmessung

Beitragvon Jörg Kokott » Mittwoch 15. Januar 2020, 17:56

Hallo,
vorab, ohne Zweitmessung und Kontrolle kann man schlichtweg nicht sagen, was richtig ist und was nicht, es kann auch eine Referenz mal falsch angesetzt sein, wie auch immer. Das Becken sieht nicht danach aus, dass es zu wenig Phosphat hat, eher im Gegenteil. Ich pflege z.b. die Lord-of-the-Rings Zoanthus aus, die bekommen bei mir mit sinkendem Phosphat sehr helle Spitzen, bei Dir sind die satt braun. Muss nicht sein, dass das immer so ist. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass Du so wenig Phosphat hast, wie Dein Test zuhause es aussagt.

Ich würde ganz normal bei der regulären BASIS Dosis von 0,5 mL pro 100 L bleiben, und ich denke, Du wirst keine negativen Erscheinungen dadurch haben. Wenn doch, okay, dann würde das ggf. für Deinen Test zuhause sprechen, dann ,müsste aber in der ICP OES eine heftige Verunreinigung in der Probe gewesen sein. Dass die ICP Phosphor bestimmt und man das als Gesamtphosphat angibt ist richtig, und Gesamtphosphat kann durchaus bei einer organischen Phosphatbelastung höher sein als der Test zuhause, aber da ist mir hier der Differenzbetrag einfach zu groß. Wenn man zuhause z.B. 0,05 mg/L misst und die ICP OES sagt 0,08 mg/L, okay, das ist durchaus typisch. Aber nicht nachweisbar zuhause und über 0,1 mg/L PO4(t) ist bisschen weit auseinander.
Wichtig für Dich ist, Becken läuft stabil und schaut gut aus, von daher ist erst einmal alles in Ordnung und wie Miriam schon sagt, einfach so weitermachen. Sind nur Messwerte ;-) Ich würde mit der regulären BASIS Dosis arbeiten, aber das kannst Du gerne so entscheiden, wie Du möchtest.
Gruß,
Jörg


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